Mittwoch, 24. November 2010

ALICE SPRINGS: PART 1 - The Olgas

Ich habe dieses Wochenende geliebt und von der ersten bis zur letzten Minute genossen.
-So viel möchte ich schonmal vorwegnehmen. ;)



(The Olgas)

Nachdem ich in den letzten Tagen keinerlei Lust hatte, meine Finger über die Tasten rauschen zu lassen, fühle ich mich gerade richtig in Erzählstimmung. Bei dem, was ich zu erzählen habe, wäre es auch eine wahre Schande zu schweigen!
So here we go!

Am Mittwochmorgen musste ich zum Glück nicht so früh aufstehen wie erwartet, da Liz mir am Vorabend angeboten hat, mich in Revesby abzusetzen, wenn sie zum Frisör fährt. Von dort aus ging mein Zug direkt zum Flughafen, sodass ich um 6:30 Uhr aufgestanden bin und dann noch ausreichend Zeit hatte. Mein Flug dort ging um 10:05 Uhr. Um 9 Uhr kam ich am Flughafen an, wo Susi schon auf mich gewartet hat. Nachdem wir uns an einem Automaten (!) eingecheckt hatten (warum auch nicht noch diese Arbeitsplätze durch Maschinen ersetzen *Kopfschüttel*), haben wir uns einen Kaffee genehmigt und einen kleinen Moment länger als geplant gewartet, bis wir ins Flugzeug steigen durften. Obwohl wir uns mit einer Verspätung von 30min auf den Weg nach Alice Springs gemacht haben, hat das meine Laune kein wenig getrübt. Denn ich freute mich einfach viel zu sehr auf meinen größten -und vor allem teuersten *hust*- Trip außerhalb meiner Reisezeit im nächsten Jahr.
In Alice Springs angekommen, hat uns ein Shuttle Bus direkt vor unserem Hostel abgesetzt. Für $31 pro Nacht hatten wir echt eine gute Bleibe: In einem Vierbettzimmel, mit großer Gemeinschaftsküche (und allem, was man brauchte), sauberem Bad mit Duschen und vor allem einem kleinen Pool mit kleiner Liegefläche daneben. :)
Nachmittags haben Susi und ich erstmal Alice Springs unsicher gemacht. Falls sie das hier liest, wird sich sicher schmunzeln. Denn es war nicht viel unsicher zu machen. Nach zwei Stunden Herumgehen (bei ~35°C) hat man nahezu ganz Alice Springs gesehen. Es ist im Grunde nur ein kleiner Ort, umgeben von vielen hohen Bergen. In Alice Springs gibt es zwei Einkaufszentren, einige kleine Läden und nur wenige Straßen. Dass der Punkt auf der Landkarte so groß ist, lässt die Erwartungen eines aufregenden Ortes aufkeimen. Die Wahrheit ist jedoch: Das "Red Center" ist wirklich relaaaxing. Was ich allerdings wirklich interessant fand, waren die Aboriginis. Dort wohnen nahezu nur Aboriginis, die bedauerlicherweise rund um die Uhr betrunken und auch im wahrsten Sinne des Wortes RUND sind. Unser Tourguide hat uns später erklärt, dass die alle so dick sind, weil sie zu viel westliches Essen zu sich nehmen, das ihr Körper nicht verarbeiten kann. Denn ihre Körper sind so viel Zucker und Fett nicht gewöhnt. Das ist ziemlich traurig, zumal ich keinen einzigen schlanken oder nicht übergewichtigen Aborigini gesehen habe. Um den Touri-Bericht perfekt zu machen: Alle hatten große Nasen und große Münder.. ;)
Wodurch das zu erklären ist, muss ich nachtragen, sobald ich es weiß.
Ich hab keine Fotos von ihnen gemacht, weil das reichlich unverschämt wäre. Sowieso sind die Einheimischen nicht so gut auf Touris zu sprechen, die sich überall in ihrer Heimat breitmachen und zum Teil echt Dinge veranstalten, die sich nicht gehören. Ein Beispiel: Oben auf dem Uluru gibt es logischerweise keine Toilette. Was meint ihr, was die Touris machen, wenn sie den "mountain climb" gemacht haben und dann oben mal müssen? [...]
Unser Tourguide hat uns doch allen ernstes ermahnt, das nicht zu tun. Auch wenn wir im ersten Moment darüber schmunzeln mussten, weil es so unrealistisch klingt, ists doch wahr und echt traurig. Denn die Aboriginis sehen ihren Uluru als ihr Heiligtum an. Das wäre in etwa so, als würden sie bei uns in einer Kirche ihr Geschäft verrichten.
Ich kann also absolut verstehen, dass die Aboriginis keine Touris mögen. Wennn ich auch sonst immer total unbeschwert mitten in der Nacht auf offener Straße rumspaziere, war ich an diesem Abend doch froh, nicht allein zu sein. Denn in Alice Springs ist das wirklich anders. Überall sind betrunkene Leute, die auch schnell launisch werden können, weshalb man sie sich am besten nicht länger angeguckt, sondern einfach weitergeht.
Ich fand total lieb, dass ich in einer Döner-Pizza-Bude, wo ich ein Monster-Stück Salami-Pizza gekauft habe, ein zweites kostenlos dazu bekommen habe, als ich die Frage, ob ich aus Deutschland komme, bejaht habe. :) Es stellte sich heraus, dass der Besitzer Verwandtschaft in Deutschland hat und mir etwas Gutes tun wollte. So gehört sich das. ^^
Außerdem hatte er eine Französin bei sich im Laden arbeiten, mit der wir uns kurz unterhalten haben, weil sie genau wie wir nur für befristete Zeit arbeitete und danach glaub ich noch reisen möchte. Wobei ich mir aber ganz sicher bin: Ich würde mir nicht Alice Springs zum Arbeiten aussuchen. ;) An sich fand ich diesen Ort gar nicht so schlecht und ich denke, dass ich es auch eine Woche mit Lesen und Chillen ausgehalten hätte. Dennoch wirds dann irgendwann langweilig, weil man ewig fahren muss, um in eine nächste Stadt zu kommmen. Es gibt kein Wasser, kein Meer, nur Wüste...
Die Frau an der Rezeption war ziemlich mies drauf, worüber Susi und ich uns schon gewundert haben. Als später nach der Engländerin noch eine Australierin auf unser Zimmer kam und wir uns mit ihr über die Frau an der Rezeption unterhalten haben, meinte sie, dass deren bester Freund ein paar Tage zuvor bei einem Bridge Climb gegen eine Steinwand geknallt und gestorben wäre. Oh mein Gott! Das war ein Schock! Besonders in einem Ort wie Alice Springs ist sowas schlimm. So hatte sie unser vollster Mitgefühl..
Dass auch das Outback nicht immer ungefährlich ist, haben wir anhang der vielen Stories zwischendurch (auch Horrorgeschichten, natürlich -.-) zu hören bekommen.

Als Susi und ich am Mittwochnachmittag durch Alice Springs gelaufen sind, bekam ich einen Anruf, dass sich nicht genügend Teilnehmer für die von uns gebuchte Tour angemeldet hätten. Na klasse! wir wurden gefragt, ob wir nicht einen Tag später mit der Tour anfangen könnten. Da das aber aufgrund unseres bereits gebuchten Fluges unmöglich war, haben sie uns dann problemlos in eine andere Tour gesteckt. Die waren echt super lieb und haben uns dann die $70 zugesteckt, die diese Tour teurer war (als die, die wir eigl gebucht hatten). Nachdem wir draußen vor der Tür bereits die Busse gesehen hatten, auf denen der Name unserer Tour stand, musste ich grinsen, als wir am Donnerstagmorgen in unseren Luxus-Bus eingestiegen sind. Das war absolut kein Vergleich!
Der Bus war echt top! Mega bequeme Sitze, spitzen Klimaanlage. Ich bin mir nicht mal sicher, ob der Bus, in dem wir eigl gesessen hätten, eine Klimaanlage hatte. Das sah eher aus wie "Dach auf, Luft rein". :P
Dennoch ließ unsere Tour, was die Wildnis-Erfahrung anging, keine Wünsche offen.
Wir wurden morgens um 6 Uhr an unserem Hostel abgeholt und sind dann als wir fürs erste komplett waren (neun Leute in einem 24 Personen-Bus) fünf Stunden durch die Wüste Richtung "The Olgas" gefahren. Als wir zum Lunchen an einem Campingplatz Rast gemacht haben, hat Mark -unser 20jähriger, schwuler Tourguide ;)- noch drei weitere Passagiere abgeholt.
So waren wir dann komplett: Eine Japanerin, eine Schweizerin, eine Französin, ein Engländer, fünf HolländerInnen (einer davon männlich) und drei Deutsche.
Der "The Olgas"-Walk am Nachmittag war echt schön. Wenn auch sehr warm. Aber ich hatte ja glücklicherweise meinen tollen Hut dabei, den ich mir am Nachmittag vorher für $55 gekauft hatte. Echtes Leder! Ich liebe diesen Hut und habe ihn das ganze Wochenende über nicht abgenommen.


Auf dem Weg haben wir übrigens auf einer Kamelfarm Halt gemacht. Ich hab jedoch nicht eingesehen, für eine minimal kurze Runde "Camel ride" $6 auszugeben. Das war echt unverhältnismäßig und ziemlich touristisch. ;)

Aber Streicheln gabs auch umsonst:







Die Sandwiches zum Mittagessen waren übrigens super lecker! Jede einzelne Mahlzeit, die wir während dieser drei-Tages-Tour hatten war ein Gaumenschmaus -vor allem, weil man jedes Mal von den vielen neuen Erfahrungen und dem Wandern müde und hungrig war.

Hier einige schöne Fotos von unserem Olgas-Walk:





















Mir hat jede Wanderung gefallen. Aber da diese die erste war und ich mich an die unendlichen Weiten und die gigantischen Höhen noch nicht gewöhnt hatte, ist mir dieser Walk besonders in Erinnerung geblieben.
Zuerst war unsere Gruppe ziemlich ruhig, wurde aber nach und nach lebendiger, als man sich ein bisschen beschnuppert hatte und alle gesprächiger wurden.
In der Vorstellungsrunde wurde ich natürlich ausgelost, mich als erste vorzustellen. ;)

Nach dem Walk haben wir uns kurz frisch gemacht. Das war auch der Tag (falls ich ihn nicht mit Freitag verwechsle), an dem ich zum ersten Mal in meinem Leben ein Plumpsklo benutzt habe. Eine Erfahrung, die man echt mal... nicht machen muss. :D
Ich habe mich ziemlich unwohl gefühlt, nicht den Boden, aber einige andere Hinterlassenschaften auf den Weg zum Boden sehen zu können. Mark schätzt, dass das Loch so ca 10 Meter tief ist. Ich fühle mich unwohl, mich auf eine Schüssel zu hocken, deren Boden ich nicht sehen kann. Das eine Mal reichte mir. ;)

Anschließend sind wir zur "Sunset Platform Uluru" gefahren, von wo aus wie uns mit vielen anderen Touris den Sonnenuntergang angeschaut und Fotos gemacht haben. Die Sonnenaufgang-Fotos vom nächsten Morgen gefallen mir besser, aber auch hier sind ein paar nette dabei. "Überschattet" wurde dieses Event von einem allgemeinen Hungergefühl, dem wir schließlich nachgaben und uns auf den Rückweg ins Camp begaben, wo wir nachts am Lagerfeuer im freien geschlafen haben.








(die Touris :D)

Im Camp haben wir alle zusammen das Abendessen zubereitet. Die Mädels haben sich um den Salat gekümmert. ;) Denn wir hatten ein Barbecue und es gaaaaab *tatarataaa*: Kamel-Würstchen und Känguru! Ich wollte ja sowieso mal unbedingt Känguru probieren und habe mich total gefreut, dass wir welches aufm Grill hatten. Hat auch wirklich gut geschmeckt. Die Kamel-Würstchen fand ich auch super lecker, haben allerdings ein bisschen komisch gerochen. Ich will ja nicht makaber sein, aber: Auf der Kamel-Farm vorher hats auch komisch gerochen. Nach Kamel eben. Die riechen wohl einfach so. :P
(ein persönliches Sorry an Inga für diese ausführliche Schilderung)

Nach dem Essen haben wir unser Lager aufgeschlagen, ein kleines Feuerchen gemacht und uns in unsere eigenen Schlafsäcke gelegen, die wir in größere Schlafsäcke gesteckt hatten. Obwohl ich noch nie Biwak gemacht habe, hatte ich doch irgendwie ein Biwak-feeling. ^^
Die Seiten der weiten Schlafsäcke waren vor Benutzung aber auf wilde Tiere oder Vergessenes der Vorgänger zu untersuchen... Ich habe außer einer Haarspange nichts Atemberaubendes gefunden.










Als ich gerade die Fotos durchgeschaut habe, ist mir noch ein blinder Passagier aufgefallen, den ich doch fast vergessen hätte: Bei einem unserer vielen Stops bat sich folgendes Bild:




Da uns am nächsten Morgen ein Aufstehen um 4 Uhr bevorstand, sind wir dann schon recht früh unter dem wunderschönen Sternenhimmel eingeschlafen. Mitten in der Wüste, aber immerhin noch in Reichweite anderer Zelte. Das sollte in der nächsten Nacht nicht mehr so sein. ;) Das hier war schon Bush-feeling. Aber am Freitagabend hatten wir Bush-feeling pur.
Freut euch auf die weiteren Berichte, die ich euch morgen schreiben werde.
Habe das in einige Teile gegliedert, weil ich euch alles erzählen möchte, was für mich beeindruckend und aufregend war. Nahezu die kompletten fünf Tage waren für mich unglaublich eindrucksvoll!

Morgen gehts weiter mit dem zweiten Teil: Uluru/ AYERS ROCK!

Cheers


P.S.: Gestern hatte ich wirklich nicht so super Laune. Ich hoffe inständig, euch nicht runtergezogen zu haben, denn das ist das Allerletzte, was ich mit meinem Blog erreichen möchte. Ich möchte vielmehr, dass bei euch auch einige der Sonnenstrahlen ankommen, die mein Leben bestimmen und dass euch die Geschehnisse down under ein Lächeln aufs Gesicht zaubern.
Solche Tage wie gestern hat man wohl mal. Heute sieht die Welt auf jeden Fall wieder top aus und ich bin überglücklich! <3

2 Kommentare:

  1. Mir gefällt der Stil des Notizblocks, in dem du den Blog gehalten hast, sehr gut. Sehr einfach zu lesen. Dank deines tollen Berichtes konnte ich Australien jetzt ein wenig besser kennenlernen, obwohl ich da ja selbst noch nicht war. :)

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  2. Hey das freut mich sehr. :)
    So soll das sein! ;)

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